Lusha Notice im Postfach: Spam oder Informationspflicht?
Viele, die nach „Lusha Notice“, „Lusha Spam“ oder „Lusha Systems“ suchen, sind keine Kunden. Sie haben eine E-Mail von Lusha bekommen, ohne sich je angemeldet zu haben: die „Personal Information Notice – New Contacts“. Lusha schickt sie an Personen, die neu in die Datenbank aufgenommen werden, und gibt ihnen eine Frist, um das abzulehnen.
Was die E-Mail bedeutet
Deine geschäftlichen Kontaktdaten stehen in der Datenbank, die Lusha an seine Kunden verkauft, oder werden gerade aufgenommen. Die Notice gibt es seit November 2025; die aktuelle Fassung gilt seit Mai 2026. Den Text veröffentlicht Lusha auf Englisch, außerdem auf Französisch, Italienisch, Deutsch, Spanisch und Niederländisch; hier die deutsche Fassung.
Laut Lusha soll sie über die Aufnahme und dein Widerspruchsrecht informieren. Ärgerlich bleibt sie trotzdem für viele. Auf Trustpilot hat Lusha 1,2 Sterne bei 780 Bewertungen, 57 % davon mit einem Stern; die meisten neueren Bewertungen stammen von Personen aus der Datenbank, die sich über unerwünschte Anrufe, die Weitergabe ihrer privaten Nummer oder eine mühsame Abmeldung beschweren. Auf negative Bewertungen antwortet Lusha dort nicht.
14 Tage zum Widersprechen, danach jederzeit
Wer die Notice zum ersten Mal bekommt, hat 14 Tage, um der Aufnahme in die Datenbank zu widersprechen. Danach lässt sich der Eintrag jederzeit entfernen, per Formular zur Löschung oder per E-Mail an Lusha. Laut Notice wird dein Profil dann entfernt, auf eine Sperrliste (Suppression List) gesetzt, und die Kunden, die deine Daten schon abgerufen hatten, werden informiert.
Wenn du dem Link in der E-Mail nicht traust, öffne das Formular direkt auf lusha.com statt über die Nachricht.
Woher Lusha deine Daten hat
Laut Notice, Seite „Data Sources“ und Hilfe-Center stammen die Daten aus mehreren Quellen. Als erste nennt Lusha die Community: Nutzer verbinden ihr geschäftliches Postfach und teilen die Kopfzeilen und Signaturen ihrer E-Mails, also Namen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern ihrer Kontakte. Im Gratis-Tarif gibt es dafür 200 Credits einmalig und 150 Credits jeden Monat. Dazu kommen verbundene Unternehmen, laut Notice auch Datenhändler („trusted data brokers“), öffentliche Schnittstellen, abgeleitete Adressen (etwa nach dem E-Mail-Schema einer Firma) und LinkedIn-Profile, die Kunden mit der Browser-Erweiterung aufrufen.
Laut FAQ kauft Lusha „keine Daten bei Datenhändlern“; der Hinweis, den Lusha an Personen in der Datenbank schickt, nennt dagegen „trusted data brokers“ als Quelle.
Wer ist Lusha Systems?
Hinter der Marke stehen zwei Gesellschaften: Lusha Systems Ltd. und Lusha Systems Inc. mit Adresse in Boston (800 Boylston Street, Suite 1410, Boston, MA 02199). Beide sind in den AGB Vertragspartner der Kunden und in der Notice gemeinsam Verantwortliche („joint data controllers“) für deine Daten. Gegründet wurde Lusha 2016 in Tel Aviv von Assaf Eisenstein und Yoni Tserruya; dort sind laut FAQ die Technik- und Datenteams angesiedelt, insgesamt hat das Unternehmen rund 300 Beschäftigte. Als Datenhändler registriert ist Lusha Systems Inc. in Kalifornien, Vermont, Texas und Oregon, Lusha Systems Ltd. in Israel.
Lusha Systems im Steckbrief
- Gesellschaften
- Lusha Systems Inc. und Lusha Systems Ltd.
- Gegründet
- 2016 in Tel Aviv, CEO Yoni Tserruya
- Finanzierung
- 245 Mio. US-Dollar: Series A mit 40 Mio. (Februar 2021), Series B mit 205 Mio. (November 2021, Bewertung 1,5 Mrd.), angeführt von PSG
- Datenbank
- über 515 Mio. Kontakte, 29 Mio. Firmen (Angabe von Lusha)
- Zertifizierungen
- SOC 2 Type II, ISO 27001, ISO 27701, ISO 27017, ISO 31700 und ISO 42001
- Eigenen Eintrag löschen
- Formular auf lusha.com
Was ist Lusha? Eine Kontaktdatenbank mit über 10 Millionen Kontakten in Deutschland
Lusha ist eine Datenbank für den B2B-Vertrieb: Personen und Firmen, die du über Filter suchst und in Listen speicherst. Laut Lusha enthält sie über 515 Mio. Kontakte und 29 Mio. Firmen, darunter 165 Mio. verifizierte E-Mail-Adressen und 117 Mio. Durchwahlnummern. Für Deutschland nennt die Seite lusha.com/data über 10 Mio. Kontakte, für ganz Europa 103,1 Mio. (Stand 30. September 2026). Am stärksten ist die Abdeckung laut Hilfe-Center in englischsprachigen Ländern; allein für die USA nennt Lusha 132 Mio. Kontakte auf der Seite /data, 87,8 Mio. in der FAQ.
Suchen und filtern kostet nichts. Bezahlt wird erst, wenn du die Kontaktdaten einer Person aufdeckst: 1 Credit für die E-Mail-Adresse, 5 Credits für eine Telefonnummer, wobei Durchwahl und Mobilnummer getrennt ausgewiesen werden. Einen schon aufgedeckten Kontakt erneut anzusehen kostet nichts. Alle Lizenzen eines Kontos teilen sich denselben Credit-Vorrat.
Zugang gibt es über vier Wege: die Web-App, die Browser-Erweiterung für Chrome und Edge, die API und einen MCP-Server für KI-Assistenten wie Claude, ChatGPT, Cursor und Gemini CLI. Dazu kommen 26 Kaufsignale, ähnliche Firmen und Kontakte („Lookalikes“), die Erkennung von Website-Besuchern und Engage, ein Modul für E-Mail-Sequenzen aus dem Gmail- oder Outlook-Postfach des Nutzers.
Abgerechnet wird in US-Dollar, vom dauerhaft kostenlosen Tarif Free mit 40 Credits im Monat bis Premium mit bis zu 10.000 Credits; darüber verkauft Lusha nur Scale auf Anfrage. Alle Tarife und Credit-Kosten stehen auf der Seite Lusha Preise.
Die Lusha Chrome Extension: Kontaktdaten auf LinkedIn, in Sales Navigator und im CRM
Ein Klick auf das Lusha-Symbol öffnet ein Seitenfenster neben der Seite, die du gerade ansiehst, mit allem, was die Datenbank zu dieser Person oder Firma hat. Die Erweiterung gibt es für Chrome und Edge; die Edge-Version installierst du aus dem Add-ons-Store von Microsoft.
Sie läuft auf LinkedIn-Profilen, in Suchergebnissen und auf Unternehmensseiten von LinkedIn, in Sales Navigator, in Salesforce, HubSpot und Gmail sowie auf Firmenwebsites. Mit der Einstellung „Lusha Everywhere“ erscheint sie auch auf anderen B2B-Seiten; LinkedIn Recruiter funktioniert erst, wenn der Support von Lusha es für dein Konto freigeschaltet hat.
Jedes Aufdecken kostet dieselben Credits wie in der Web-App, aus dem gemeinsamen Vorrat des Kontos: 1 für eine E-Mail-Adresse, 5 für eine Telefonnummer. Aus dem Fenster heraus legst du Kontakte in einer Tabelle ab, schickst sie direkt an Salesforce, HubSpot oder Pipedrive oder nimmst bis zu 150 auf einmal in eine Engage-Sequenz auf. In einer Sales-Navigator-Suche speichert die Erweiterung markierte Leads in Gruppen von 25; als CSV exportierst du sie erst aus der Tabelle in der Web-App, für 1 Credit je 25 Zeilen.
Auf LinkedIn wird die Erweiterung laut Lusha nicht selbst aktiv („no automated activity on your account“): Sie liest das geöffnete Profil und gleicht es mit der Datenbank ab, verschickt aber weder Einladungen noch Nachrichten. Im Chrome Web Store kommt sie auf 400.000 Nutzer und 4,6 Sterne bei rund 1.900 Bewertungen.
Emelias Chrome-Erweiterung arbeitet in Sales Navigator mit einem eigenen Button, „Export with Emelia“: Damit landet die komplette Suche in Emelia, wo die Leads daraus extrahiert werden; jede danach gefundene E-Mail-Adresse kostet dort 1 Credit (Anleitung).
Lusha oder Cognism? Der Vergleich, mit ZoomInfo als drittem Anbieter
Der Vergleich, nach dem in Deutschland am häufigsten gesucht wird, ist der mit Cognism, einer Datenbank aus London mit Büro in Köln und Oberfläche auch auf Deutsch. Cognism und ZoomInfo veröffentlichen keine Preise, deshalb vergleicht diese Tabelle Abrechnung, Daten und Vertrag, nicht Beträge.
Preis und Vertrag
Preise
Was ein Kontakt kostet
Kostenlos ausprobieren
Vertrag
Daten
Kontakte (eigene Angabe)
Telefonnummern
Sperrlisten für Telefonwerbung
Rechtsgrundlage, Information der Personen
Nach dem Fund
E-Mail-Sequenzen
LinkedIn automatisieren
Bewertungen
Capterra
Trustpilot
Ohne Preise von Cognism und ZoomInfo gibt es keinen Kostenvergleich und keinen Sieger pro Zeile. Kurz gesagt: Lusha ist der Einstieg ohne Verkaufsgespräch, mit Gratis-Tarif und Preisliste; Cognism setzt auf geprüfte Mobilnummern und den Abgleich europäischer Sperrlisten, gegen ein individuelles Angebot.
Alternativen zu Lusha: mehr Gratis-Credits, geprüfte Mobilnummern oder Versand inklusive
Je nachdem, was dir an Lusha fehlt, passt ein anderes Tool. Preise nennen wir nur, wo der Anbieter sie veröffentlicht.
- 1
Emelia
Ideal für: Eigene Listen anreichern und per E-Mail und LinkedIn ansprechenKeine eigene Datenbank: Du bringst die Liste mit. Emelia findet die E-Mail (1 Credit, nur bei einem Treffer, schon verifiziert) und auf Wunsch die Nummer (50 Credits), dann schreibt Emelia die Kontakte an: aus 3, 50 oder unbegrenzt vielen Postfächern mit Warm-up und mit automatisierten LinkedIn-Schritten.
ab 37 €/MonatEmelia-Preise - 2
Apollo
Ideal für: Mehr Gratis-Credits, Datenbank und Sequenzen pro LizenzGratis-Tarif mit 75 Credits im Monat (Lusha: 40), eine Telefonnummer kostet dort 8 Credits (Lusha: 5). Abgerechnet wird pro Lizenz, mit 2.500 Credits pro Lizenz und Monat in Basic; LinkedIn-Schritte bleiben Handarbeit, eine deutsche Oberfläche gibt es nicht.
Gratis; Basic 65 $/Monat pro LizenzApollo im Überblick - 3
Cognism
Ideal für: Telefonisch geprüfte Mobilnummern, Sperrlisten auch für DeutschlandDatenbank aus London mit Büro in Köln und deutscher Oberfläche. Laut Preisseite 1 Credit pro aufgedecktem Kontakt, E-Mail und Mobilnummer inklusive; kein Gratis-Tarif, keine E-Mail-Sequenzen, Preise nur auf Anfrage.
- 4
ZoomInfo
Ideal für: Kaufsignale, Dialer und MehrjahresvertragBörsennotierter US-Anbieter ohne öffentliche Preise; Verträge laufen in der Regel 1 bis 3 Jahre und sind während der Laufzeit nicht kündbar. Kostenlos gibt es ZoomInfo Lite mit wenigen Credits im Monat.
Lusha und die DSGVO: berechtigtes Interesse statt Einwilligung
Lusha stützt die Verarbeitung auf berechtigtes Interesse. Eine Einwilligung der Personen in der Datenbank holt Lusha für die Kundenakquise nicht ein, und ob ein Kunde einen Kontakt anrufen oder anschreiben darf, liegt laut Lusha in der Verantwortung des Kunden. Für Teams in Deutschland heißt das: Die Prüfung, ob eine Ansprache erlaubt ist, nimmt dir der Kauf eines Kontakts nicht ab.
Sperrlisten für Telefonwerbung (Großbritannien, USA) blendet Lusha laut Preisseite und Hilfe-Center nur im Tarif Scale aus; die FAQ sagt dagegen, jede Telefonnummer trage einen Do-Not-Call-Hinweis. An Nachweisen nennt Lusha ein DSGVO-Siegel (ePrivacyseal), eine CCPA-Prüfung (TrustArc) sowie SOC 2 Type II, ISO 27001, ISO 27701, ISO 27017, ISO 31700 und ISO 42001.
Die italienische Datenschutzbehörde (Garante) hat am 8. April 2025 ein Verfahren gegen Lusha eröffnet. Am 14. Juli 2026 verhängte sie gegen Lusha Systems Inc. ein Bußgeld von 2 Millionen Euro und ordnete an, die Daten von Personen in Italien, die ohne geeignete Rechtsgrundlage erhoben wurden, nicht weiter zu verarbeiten und zu löschen; berechtigtes Interesse ließ sie nicht gelten. Die Entscheidung wird vor dem Gericht in Rom angefochten: Nach einem Gerichtsbeschluss vom 8. September 2026 hat der Garante sie vorübergehend von seiner Website genommen.
Auf der Seite lusha.com/data fehlt Italien in der Länderliste; Lusha schreibt dort, einige Märkte seien „aus Compliance-Gründen“ von der Auswertung nach Ländern ausgenommen.
Lusha oder Emelia: Datenbank mit Telefon-Credits gegen Versand mit LinkedIn
Die beiden Tools setzen an verschiedenen Stellen an. Lusha liefert Kontakte aus der eigenen Datenbank; Emelia hat keine Datenbank, findet und verifiziert aber die E-Mails zu deiner Liste und schreibt die Kontakte dann an, per Cold-E-Mail aus mehreren Postfächern und per LinkedIn. Vergleichbar sind die Preise nur beim Finden: unten 3 Monatsmengen für eine Person, bei Emelia mit dem Tarif Start und dem passenden Credit-Paket gerechnet. Günstiger bei Lusha: 400 gefundene E-Mails im Monat und 200 Telefonnummern im Monat. Günstiger bei Emelia: 2.000 gefundene E-Mails im Monat.
Derselbe Bedarf, Monatspreis in Dollar
400 gefundene E-Mails im Monat
2.000 gefundene E-Mails im Monat
200 Telefonnummern im Monat
Was jeder Fund kostet
Credits pro E-Mail
Credits pro Telefonnummer
Im Tarif enthaltene Credits
Kostenlos
Funktionen
Eigene Kontaktdatenbank
Cold-E-Mail
LinkedIn-Einladungen und -Nachrichten
Abrechnung pro Person
Browser-Erweiterung, API, MCP
Lusha rechnet nur in US-Dollar ab. Emelia zeigt denselben Betrag in Euro und in Dollar, deshalb werden die Preise in Dollar verglichen, ohne Umrechnung. Emelias Credit-Pakete gibt es nur zusätzlich zu einem Tarif; die beim Abschluss enthaltenen Credits sind nicht eingerechnet. Weitere Mengen und einen Rechner findest du auf der Seite Lusha Preise.
2.000 gefundene E-Mails im Monat, eine Person, monatlich bezahlt
- Pro, 2.000 Credits · 227,40 $
- Tarif Start · 37 $
- Paket mit 5.000 Credits · 49 $
Fragen zu Lusha: Login, Erweiterung für Chrome und Edge, API, Bewertungen
Der Login liegt unter auth.lusha.com/login; auf lusha.com führt der Link „Login“ in der Navigationsleiste dorthin. Ein neues Konto legst du unter auth.lusha.com/signup an, und zwar nur mit einer geschäftlichen E-Mail-Adresse: Gmail, Yahoo oder Sammeladressen wie info@ und sales@ lehnt Lusha ab. Neue Konten sperrt die Betrugsprüfung manchmal gleich nach der Anmeldung; ein Einspruch wird laut Hilfe-Center in 1 bis 3 Werktagen geprüft.
Sie blendet Kontaktdaten aus der Lusha-Datenbank neben LinkedIn, deinem CRM oder einer Firmenwebsite ein, ohne dass du den Tab wechselst. Die letzte Version im Chrome Web Store stammt vom 7. Oktober 2026.
Preistabelle und API-Dokumentation von Lusha öffnen die API für jeden Tarif, mit strengen Limits bei Free und Starter; eine andere Seite des Hilfe-Centers sagt „Scale plan only“. Eine eigene API-Gebühr gibt es nicht; bezahlt wird mit den Credits des Kontos: 1 für eine E-Mail, 5 für eine Nummer, 7 für beides zusammen (ein Credit für die Anfrage eingerechnet) und 1 für je angefangene 25 Suchergebnisse. Am Tag sind 100 Anfragen in Free und Starter möglich, 1.500 in Pro, 18.000 in Premium und 50.000 in Scale, mit höchstens 100 Kontakten pro Anfrage. Der MCP-Server steht in jedem Tarif bereit; die Daten dürfen nicht zum Training einer KI verwendet werden. Dokumentation: docs.lusha.com.
Auf Portalen für Software-Käufer schneidet Lusha deutlich besser ab als auf Trustpilot. In den strukturierten Daten seiner Preisseite nennt Lusha 4,3 Sterne auf G2 bei 1.619 Bewertungen; Capterra zeigt laut Suchergebnissen 4,0 bei 398 Bewertungen (Bedienung 4,6, Preis-Leistung 3,7). Beide Werte konnten wir nicht direkt auf den Portalen prüfen. Gelobt werden die Bedienung, die Erweiterung und die schnelle Suche nach E-Mails und Durchwahlen; kritisiert werden veraltete oder falsche Daten, Bounces und Credits, die schnell aufgebraucht sind. Auf Trustpilot steht Lusha bei 1,2, vor allem wegen der Beschwerden von Personen aus der Datenbank.
Emelia ist ein Wettbewerber von Lusha. Wir wollten fair bleiben: Jede Zahl zu Lusha stammt von der eigenen Website oder öffentlichen Bewertungsportalen.